Michael Bork: Ein Wahrnehmungsforscher
- zentrumneuemusik
- 14. März
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 15. März


An dieser Stelle werde ich zukünftig regelmäßig interessante Künstler besprechen, die es verdienen , einem breiteren Publikum vorgestellt zu werden. Ein derartiger Künstler, Amerikaner würden Ihn zur Kategorie "Artist to watch" zählen, ist Michael Bork!
Michael Bork hat in den letzten 24 Monaten eine formidable Performance hingelegt. Es gibt nur wenige Fotokünstler, die eine derartige Umtriebigkeit gezeigt haben. Kaum eine Ausstellung, auf der er nicht vertreten war. Ich selber hatte das große Glück, Ihn bei einem Stammtisch der Künstlervereinigung Crossart International kennenzulernen. Peter Mück ("der Banksy von Köln") stellte Ihn mir damals vor. Es fiel mir auf, wie er die Gedanken und Vorschläge der Teilnehmer sortierte und strukturiert dokumentieren konnte. Daraufhin entschied ich, seine Kunst im Auge zu behalten.
Michael Bork ist ist in seiner Arbeit ein Wahrnehmungsforscher. Seine Motive sind vielfältig-es können Landschaftsdarstellungen, Städtebeobachtungen oder abstrakte Bildstrukturen sein. Aber immer zeichnen sich seine Arbeiten durch mehrere Bildebenen, durch einen zweiten Blick, aus. Wie sagte schon der Altmeister Reich-Ranicki, großartige Romane müssen mehrere Bedeutungsebenen besitzen. Hier ergibt sich eine Verbindung des Werkes von Michael Bork zu großartiger Musik und Literatur.
An dieser Stelle kann ich nur wenige Leuchtspuren seiner Arbeit zeigen. Wer mehr wissen möchte, dem schlage ich vor, die Website von Michael Bork zu besuchen oder einfach ihn in zwei Ausstellungen in der Galerie Contemplor in Wien zu studieren (Ende März und Mitte Mai). Er ist Mitglied zahlreicher Künstlervereinigungen und stellt international aus. Kürzlich hat er sein Atelier aus dem Rheinland nach Berlin verlegt. Aktuell erscheint von Ihm ein E-Book.
Photo 1: Porträt des Künstlers (fotografiert von Beata Bork)
Photo 2: "When the Night Rider Takes the Underground"
Fotodirektdruck auf AluDibond, 90x160 cm (fotografiert in Berlin)
"...Ein stiller Korridor zwischen zwei Welten, ein Raum, der nur in den späten Stunden existiert, wenn die Stadt ihren Rhythmus verlangsamt. Die Lichter ziehen sich wie eine endlose Kette von Gedanken durch die Dunkelheit, und die Schienen tragen den Nachhall unzähliger Wege, die hier schon begonnen oder geendet haben. In dieser Stunde gehört der Untergrund jenen, die sich lautlos bewegen- den Reisenden, die nicht gesehen werden wollen, und den Geschichten, die nur im Schatten Gestalt annehmen. Der Night Rider ist eine dieser Gestalten. Keine aus Fleisch und Blut, sondern ein Echo dieser Stadt selbst. Er taucht auf, wenn Berlin seine Oberfläche verliert und seine inneren Schichten freilegt. Er kennt die verborgenen Pfade, die Orte, an denen Zeit sich dehnt, und die Momente, in denen die Realität für einen Augenblick durchlässig wird. Sein Weg führt durch die Adern der Metropole, als wäre er ein Impuls, der das nächtliche System am Leben hält. So erzählt das Bild von einer Reise, die weniger geografisch als existenziell ist. Es beschreibt den Moment, in dem man sich dem Untergrund anvertraut und für kurze Zeit Teil eines unsichtbaren Stroms wird. Der Night Rider steht für all jene, die sich in dieser Zwischenwelt bewegen: Suchende, Beobachter, Menschen auf dem Weg zu etwas, das erst im nächsten Licht sichtbar wird..."
Text des Künstlers




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